[Diskussion] Adventskalender – so geht’s nicht

Hach ja, die Feiertage sind mittlerweile ebenfalls vorbei und jene 24 Türchen für 2018 Geschichte. Nun heißt es wieder knapp 1 Jahr warten sich erneut die Fensterchen öffnen. Ich selbst durfte verschiedene Kalender mein eigen nennen. Tee, Schoki und ein DIY-Buch. Letzteres werde ich erst 2019 voll auskosten können. Natürlich nutzte ich die Adventszeit für diverse Onlinevarianten und genau die inspirierten mich zu meinem aktuellen Blogbeitrag. Die Variantenvielfalt ist dort ähnlich und mir sind einige Sachen negativ aufgestoßen.

Farbige Hinterlegung des aktuellen Tages

Ernsthaft Leute, was soll das? Ich fühle mich da schon sehr bevormundet. Beim Kalender ist doch, abgesehen vom Inhalt, gerade die Suche nach dem jeweiligen Tag spannend. Ich möchte ihn selbst entdecken und nicht schon vorher mit einem blinkenden Pfeil darauf hingewiesen werden. Der hier gepostete Screenshot steht dabei nur selbstvertretend für diverse Varianten. Als User möchte ich persönlich nicht meiner Freude beraubt werden und das ist bei solchen Varianten der Fall. Ich glaube kaum, dass ein User zu blöd ist, um die richtige Tür zu finden.

Inhalt bereits sichtbar

Hier verhält es sich ähnlich wie den Türchen mit Farbhinterlegung, der Überraschungseffekt ist weg. Adventskalender – für mich immer noch Tage der Suche und des Entdeckens. Hier aber wird mir genau das genommen. Sicher, die entsprechende Tür will erst noch gefunden werden, aber der Inhalt ist bereits vorher bekannt. Ich möchte aber genau so etwas nicht. Ich möchte die Spannung spüren, mich fragen was wohl drin ist und mich freuen dürfen, weil es besonders toll. So aber „öffne“ ich die Tür im Bedarfsfall nicht mal mehr.

Ein weiterer Nachteil dieser Variante: die richtige Tür zu finden. Gerade bei Variante 2 ist die jeweilige Ziffer übersehbar. Ich bin des Öfteren am richtigen Tag vorbei gerannt. Wenn der Kalender schon unbedingt so umgesetzt werden muss, dann doch bitte wenigstens mit sichtbaren Ziffern. Andernfalls wird einem nicht nur die Freude der Erwartung geklaut, sondern ebenso die Freude der Suche aufgrund des Designs.

Genaue Sicht erst nach Eingabe der Daten

Diese Variante hatte ich Gott sei Dank nur bei einem einzigen Kalender. Jede weitere Variante wäre von mir wohl abgelehnt worden. Hier überlässt man dem User zwar die Suche und zeigt ihm im dem Sinne auch erst mit Öffnung der Tür was drin ist, aber nun, die Größe macht es eben manchmal doch. Ernsthaft, wer kommt darauf, dass so kleine Bildchen toll sind? Gerade bei Büchern entscheiden sich künftige Leser unter anderem aufgrund des Covers für oder gegen einen Kauf. Das Cover kann durchaus bereits von Anfang an Anfang für Ablehnung sorgen. Wieso also nicht gleich in Groß zeigen? Nein, lieber mini, zur raschen Entscheidung zwingen, Daten angeben und dann zeigen um was es überhaupt geht. Ich habe den Kalender genau deswegen aus meiner Routine entfernt und ignoriert. Sorry, aber meine Augen brauche ich noch.

Seite doppelt laden

Hier finde ich eigentlich lediglich die Mehrarbeit nervig. Für gewöhnlich können Kalender direkt auf der Startseite der jeweiligen Firma geöffnet werden. Es wirkt daher ein wenig altbacken, wenn ich als Besucher zunächst eine simple Grafik zu sehen bekomme und für die Öffnung des Türchens die Seite erneut aktivieren muss. Zudem stelle ich es mir aus der Sicht des Programmierers einfacher vor, wenn das Ausgangsbild direkt aktiviert kann und nicht erst noch eine weitere Seite dazwischen steht.

Hinweise über Hinweise

Tja, die DSGVO hat vieles verändert und bereitet sicherlich noch diverse schlaflose Nächte. Sie brachte diverse Neuerungen mit sich, beispielsweise die ständige Zustimmung des Users zu jedem Pups. Selbstredend blieben die Adventskalender davon nicht verschont. Seien es Cookies, Benachrichtigungen oder Newsletter. Natürlich keine Erfindung der DSGVO, gehäuft jedoch schon. Übrigens, liebe Seitenbetreiber, es ist gelinde gesagt dämlich nach Teilnahme am Kalender direkt das Abofensterchen aufploppen zu lassen. Reicht schon, dass ich teilweise erst über den Berg muss, um den See zu finden.

Kopplung am Beispiel Newsletter

Stichwort: Kopplungsverbot. Im Rahmen der DSGVO wurde vieles neu geregelt, besonders hinsichtlich Umgang mit personenbezogenen Daten. Ein Thema ist dabei das zuvor genannte Kopplungsverbot. Im vorliegenden Fall bedeutet es, dass die Teilnahme am Gewinnspiel nicht an die Abonnierung eines Newsletters geknüpft werden darf, noch weniger die Teilnahme des eigentlichen Gewinnspiels an ein weiteres Gewinnspiel.

Hier musste man beispielsweise teilweise (je nach Tag) den Newsletter abonnieren, um a) eine Chance auf die genannte Summe zu haben und b) das Los für das Türchen aktivieren zu können. Offene Kommunikation zu dieser Koppelung? Nein! Diese versteckte Falle machte sich wie folgt bemerkbar: ausfüllen, Haken oben setzen, Teilnahmebutton unten klicken, Weiterleitung zum Haken für den Newsletter, Bestätigung Teilnahme nur bebi dort ebenfalls gesetztem Haken.
Noch deutlicher kann ein Verstoß gegen die DSGVO nicht sein. Ich hoffe sehr, dass der Anbieter des Kalenders daraus lernt und sich andere kein Beispiel daran nehmen. Ich finde es für meinen Teil echt deletant dermaßen offen Gesetze zu ignorieren.

Ihr seht, es gibt wirklich einiges was selbst bei Kalendern falsch laufen kann, sei es aufgrund von Gesetzen oder persönlicher Vorlieben. Insgesamt gibt es unzählige Varianten, Formen und Optionen. Ich werde sicherlich auch 2019 wieder an Onlinekalendern teilnehmen, aber noch stärker darauf achten welche meine Aufmerksamkeit bekommen.

Meine heutigen Fragen, wie immer als Anregung zu verstehen und kein Zwang:

1. Onlinekalender – interessante Option oder eher überflüssig?
2. Welche Onlinekalender muss man eurer Meinung nach kennen?
3. Was geht eurer Meinung nach bei Kalendern gar nicht?
4. Nimmt ihr an allen Türchen teil oder nur an für euch interessanten Türen?

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