[OnTour/Workshop] MEX-Berlin – Messehallen die Erste

MEX-Berllin, DIE neue Convention in Berlin. Sie feierte Ende Oktober in den Messehallen Berlins ihr Debüt und löste damit die Animaco bzw. die MMC ab. Von Fans geliebt, fanden beide Cons jährlich wechselnd im Fontanehaus statt. Leider bestand bisher nicht die Möglichkeit das zu klein gewordene Gebäude zu wechseln, aber dieses Jahr war es soweit. Nach mehr als über einem Jahr Vorbereitungszeit öffnete die MEX ihre Tore und beide Veranstalter zeigten gemeinsam was sie können.

In insgesamt 3 Hallen sowie mehreren Zwischenbereichen und auf stolzen 4 Bühnen gab es einiges zu sehen. Dabei Klassiker wie das Maid Cafe, Workshops und diverse Wettbewerbe. Große Händler mit allem was das Fanherz begehrt, Aussteller mit liebevoll per Hand gefertigten Produkten sowie Künstler nahmen eine ganze Halle ein. Doch nicht nur sie, erstmals gab es eine Cosplaye (Cosplaycorner) mit Stars der Szene. Zusätzlich konnte der Japanische Garten für zahlreiche Shootings genutzt werden.



Allgemeiner Eindruck

Die Messehallen selbst sind mit den Öffentlichen sehr gut zu erreichen. Eines hat mir allerdings schon gefehlt: „Begrüßungsschilder“. Das Messegelände ist wirklich riesig und die Gefahr sich zu verlaufen sehr groß. Gut, dank einem echt tollen Lageplan konnte man sich den Weg über die MEX-App vorher ansehen, aber das ersetzt nicht das Feeling einer Begrüßung. Diese Kribbeln, wenn man merkt es ist gleich soweit.

Ein ähnliches Bild setzte sich in den Messehallen bzw. Zwischenbereichen fort. Erkennbare Deko fehlte bzw. wurde wenig genutzt, ebenso Teppich oder ähnliche Dinge. Auf diese Weise wirkten die Messehallen trotz all der Besucher und wirklich tollen Cosplays sehr trist. Es fehlte der Wohlfühlcharakter wie man ihn von anderen Messehallen kennt. Zugegeben, ich weiß nicht inwiefern die Hallen überhaupt verändert werden dürfen, aber etwas Fontanehausflair dürfte sicherlich nicht schaden.

Händler und Künstler standen diesmal in einer gemeinsamen Halle. Zusätzliche Orientierungshilfe sollten die zuvor vorgegebenen Standnummern bieten. Leider gut gemeint, aber vor Ort sinnfrei. Händlername und Standnummer standen zwar auf dem Klebestreifen innerhalb des jeweiligen Blockes, waren jedoch mit Nutzung der Tischdecke nicht mehr zu sehen. Idee für nächstes Jahr: ein Zettel mit Nummer, der vorne an der Tischdecke angebracht wird.

Die Gänge zwischen den einzelnen Händlerblöcken waren angenehm breit und boten selbst bei größerem Besucheraufkommen ausreichend Platz. Leider zeigte sich bei den Zeichnern das komplette Gegenteil. Die Gänge dort waren schmal und luden nicht wirklich zum Verweilen bei. Hatten die Händler trotz der Blockanordnung noch Platz hinter ihrem Stand, saßen viele Zeichner Rücken an Rücken. Bewegen nicht wirklich möglich bzw. nur mit sehr viel Rücksichtnahme. Die Zeichner selbst waren aber trotzdem allesamt superlieb und definitiv eine Bereicherung.

Keine Bereicherung waren die durchgehend hohen Preise fürs leibliche Wohl. Ich persönlich habe dementsprechend weitestgehend darauf verzichtet, da mir beispielsweise ein Bubble Tee für 6 € viel zu teuer ist. Leider hatten die Anbieter dabei recht wenig Mitspracherecht, da sie sich nach den Vorgaben der Messe richten mussten. Allerdings, Preisfrage hin oder her, zumindest geschmacklich blieben keine Wünsche offen.



Eindrücke als Händler / Workshopleiter

Ich selbst war an allen 3 Tagen mit meinen eigenen Produkten sowie den Büchern von Josefine Gottwald vor Ort. Mein Block bot eine bunte Mischung aus Selfmadekünstlern und großen Ausstellern. Allesamt superlieb und zauberhaft. Gegenseitige Hilfe? Kein Problem. Insgesamt würde ich dennoch eine Entzerrung begrüßen. Sprich, Händler und Selfmadekünstler in einer Halle, aber in jeweils eigenen Bereichen. Es ist, zumindest empfand ich es bei meinem eigenen Rundgang so, schwierig umzuschalten. Zusätzlich entstand bei mir der Eindruck, dass die kleinen Aussteller von ihren großen Kollegen verschluckt werden. Trotzdem Kompliment an die Orga des Händlerbereiches für eine ausgewogene Mischung.

Apropos Kompliment, das gibt es von mir ebenfalls für die Absperrung währen des Abbaus. Ja, klingt ungewöhnlich, aber ist so. Damit die Händler in Ruhe abbauen konnten, wurde der Bereich mittels Bauzäunen abgetrennt. Eine Bitte habe ich in dem Zusammenhang aber trotzdem: Keine Musik mehr wenn die Händler bereits anfangen abzubauen. Es ist mehr als anstrengend so dermaßen schiefen Tönen lauschen zu müssen, obwohl man sich konzentrieren muss. Lieber Musik vom Band oder eben gar keine.   

Neben meinen Stand durfte ich 2 Workshops leiten. Im Gegensatz zum alten Gebäude gab es diesmal nur einen großen Raum mit durch simple Pappwände abgetrennten Bereichen. Trotz dadurch befürchteter Akustikprobleme wurde es keine völlige Katastrophe. Klar, bei zeitgleichen Kursen durchaus schwierig, aber machbar. Ich zumindest erlebte gegenseitige Rücksichtnahme auf allen Seiten. Kompliment an der Stelle an die Workshopbetreuer, die für Rückfragen offen waren und Getränke anboten.

Freitag nähte ich gemeinsam mit meinen Schülern Konsolen in einer kleinen Runde. Und genau dafür bin ich sehr dankbar. Volle Konzentration auf jeden einzelnen Schüler, entspannte Atmosphäre, gemeinsame Ideen – all das war nur mit und durch meine Schüler möglich. Vielen Dank an euch Leute.

Sonntag sollten es Flaschengeister sein und die Runde diesmal deutlich größer, aber nicht weniger entspannt. Ich hatte sogar die Ehre teils komplette Familien unterrichten zu dürfen. Es rührt mich sehr, dass ihr eure Kinder dabei unterstützt. Noch mehr, dass ihr mir vertraut und jeder von euch bis zum Ende blieb.

Meinen Messerundgang konnte ich dank Helferlein erst am Messesamstag umsetzen. Leider war ich bei den Händlern und Zeichnern sehr schnell durch. Gut, bei den Händlern wundert es mich nicht, da ich dort größtenteils die Selfmadeaussteller besuchte. Bei den Zeichnern lag es schlichtweg am Platz und am Angebot. Letzteres lag jedoch an meinem persönlichen Geschmack. Ganz ohne Einkäufe konnte ich die Zeichner natürlich nicht verlassen.

Die zweite, große Ausstellerhalle ereilte das gleiche Schicksal, aber gut, dort interessierte mich sowieso nur der Bring & Buy Bereich. Allerdings, was war da los? So viele Tische und trotzdem immer gefüllt nackt? Ich mein, da hätte man wesentlich mehr auslegen können und trotzdem wurde die Fläche nicht genutzt. Für einen Consamstag mehr als erschreckend.



Fazit

Streichung der Animaco und MMC als Con, MEX-Berlin als gemeinsames Projekt, Messehallen als Veranstaltungsort – es war und ist ein großes Wagnis. Die Messehallen bieten viel Platz und jede Menge Entwicklungspotenzial. Die Besucher verteilen sich aufgrund der Größe angenehm und Workshops sammeln sich in einem Raum. Ein paar Dinge wie die Beschilderung können verbessert werden. Allerdings ist aller Anfang schwer und niemand hat eine perfekte Con erwartet. Für die Erstausgabe kann man trotz aller Umstände von einem guten Event sprechen.

Ob ich, sollte es 2020 eine Neuauflage geben, wieder dabei bin? Vermutlich bis sehr sicher, diesmal allerdings mit anderem Bewusstsein und an anderer Stelle. Zum einen aufgrund des Preises und zum anderen aufgrund der Fläche selbst. Ich sehe Potenzial und würde gern wissen wie sich die Mex-Berlin bei einer zweiten Ausgabe schlägt.

Abschließend möchte ich allen Besuchern für ihre lieben Worte, die Einkäufe und die zahlreichen Fragen bedanken. Danke, dass ihr mich unterstützt. Mein Dank geht ebenso an meinen Bruder für seine Hilfe und natürlich ebenso an meine Standhelfer. Ohne euch wäre all das nicht möglich gewesen.

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